Neue Diözesen lehnen das schulische Dokument ab, das die „Vielfalt sexueller Identitäten“ in Deutschland fördert

Neue Diözesen lehnen das schulische Dokument ab, das die „Vielfalt sexueller Identitäten“ in Deutschland fördert

Die innere Krise der Kirche in Deutschland verschärft sich weiter. Zu den Einwänden des Bischofs Stefan Oster von Passau gegen das Schuldokument „Created, Redeemed, and Loved“ gesellen sich nun zwei einflussreiche Diözesen: das Erzbistum Köln und das Bistum Regensburg, die öffentlich ihren Widerstand gegen den Text bestätigt haben, der von der Bildungskommission der Deutschen Bischofskonferenz erarbeitet wurde. Das Dokument, das am 31. Oktober veröffentlicht wurde, soll die „Vielfalt sexueller Identitäten“ in katholischen Bildungseinrichtungen ansprechen, wird jedoch dafür kritisiert, Kategorien einzuführen, die fremd für die christliche Anthropologie sind.

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Wie The Pillar berichtete, haben sowohl Kardinal Rainer Maria Woelki als auch Bischof Rudolf Voderholzer die kritische Analyse von Oster unterstützt, der den Text als Bruch mit dem katholischen Verständnis des Menschen anprangerte. Die Reaktion dieser Diözesen markiert einen neuen Abschnitt des Widerstands gegen die doktrinäre und pastorale Abdrift, die durch den sogenannten „Synodalen Weg“ gefördert wird, dessen Auswirkungen sich weiterhin in verschiedenen kirchlichen Instanzen des Landes ausbreiten.

Theologische Kritik und Vorwürfe der prozeduralen Manipulation

Bischof Oster veröffentlichte am 10. November eine ausführliche Analyse, in der er argumentiert, dass das Dokument eine fundamentale Verschiebung der katholischen Anthropologie vornimmt und die christliche Sicht der menschlichen Identität durch sozio-politische Kategorien wie „Heteronormativität“, „sexuelle Selbstbestimmung“ oder „Regenbogenfamilien“ ersetzt. Seine Warnung fand sofortigen Widerhall in Köln, wo das Erzbistum die Schwere der „theologischen und anthropologischen Implikationen“ des Textes unterstrich.

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In Regensburg äußerte Bischof Rudolf Voderholzer – Dogmatiker und einer der entschiedensten Gegner des Synodalen Wegs – nicht nur doktrinäre Bedenken, sondern auch Kritik am Verfahren. Er wies darauf hin, dass mehrere Bischöfe wesentliche Änderungen an einem ersten Entwurf gefordert hatten, das Dokument jedoch „nahezu unverändert“ und „in unserem Namen“ veröffentlicht wurde, wobei die Einwände ignoriert wurden. Für Voderholzer zeigt diese Vorgehensweise, dass „eine Agenda durchgesetzt wird“ innerhalb der Bischofskonferenz.

In einer Erklärung während der Vollversammlung des Staatlichen Katholikenkomitees in Bayern war der Bischof noch deutlicher: „Ich möchte nicht, dass in 30 Jahren gesagt wird, die katholische Kirche habe sich wieder einmal mitreißen lassen.“ Zu seiner Ansicht ist dieser Vorfall repräsentativ für das Muster, das der Synodale Weg hinterlassen hat: „Es entsteht nicht den Eindruck, dass die Menschen einander zuhören. Eine politische Agenda wird um jeden Preis durchgesetzt.“

Ein Text, geprägt vom Geist des Synodalen Wegs

Das Dokument zu den Schulen wurde als Reaktion auf zwei Beschlüsse des Synodalen Wegs verfasst, die mit der Neubewertung der Homosexualität im Lehramt und der Aufnahme der „Geschlechtervielfalt“ zusammenhängen. Es enthält Empfehlungen für Schüler, Lehrer, Katecheten, Seelsorger und Schulleiter und endet mit einem Glossar, das Terminologie aus der Gender-Theorie übernimmt.

Laut verschiedenen Quellen war der Text von Anfang an umstritten. Konsultierte Bischöfe wiesen auf schwere theologische und ethische Mängel hin und forderten eine gründliche Überarbeitung. Die Autoren führten jedoch nur geringfügige Änderungen ein und veröffentlichten den Text direkt, als ob er genehmigt worden wäre, ohne ihn den Bischöfen erneut vorzulegen.

Dieses Vorgehen offenbart eine strukturelle Spaltung im deutschen Episkopat: Während eine Minderheit versucht, die katholische Lehre zu verteidigen, setzen andere Gremien innerhalb der Bischofskonferenz Vorschläge um, die eher von sozio-politischen als von theologischen Kriterien inspiriert sind.

Drei Bischöfe, die der Abdrift des Synodalen Wegs widerstehen

Woelki, Voderholzer und Oster waren von Anfang an drei der entschiedensten Stimmen gegen den deutschen Synodalprozess. Zusammen mit dem bereits emeritierten Bischof Gregor Maria Hanke verweigerten sie die Teilnahme am post-synodalen Komitee, das ein neues permanentes synodales Organ in Deutschland entwerfen sollte – ein Projekt, das der Vatikan mehrmals warnte, die kirchliche Gemeinschaft zu gefährden.

Ihre Diözesen gehörten auch zu den wenigen, die die nationalen Richtlinien zu Segnungen für unverheiratete Paare und gleichgeschlechtliche Paare ablehnten, die im April veröffentlicht wurden, und wiesen darauf hin, dass dieses Dokument klar die Normen von Fiducia supplicans überschreite.

Ein Konflikt, der nach Rom verschoben wird

Das Klima des Misstrauens wurde am 12. November offensichtlich, als Oster unerwartet an einem Treffen in Rom zwischen Vertretern der Deutschen Bischofskonferenz und Verantwortlichen des Heiligen Stuhls teilnahm. Das Gespräch drehte sich um die Spannungen, die durch die Pläne zur Einrichtung eines permanenten „synodalen Organs“ in Deutschland entstanden sind, ähnlich dem, das die kritischen Bischöfe abgelehnt haben. Das provisorische synodale Komitee wird eine neue Sitzung am 21. und 22. November in Fulda abhalten, wo die Genehmigung der Statuten dieses neuen Organs diskutiert werden soll.

Der Streit um das Schuldokument ist daher nur ein weiteres Symptom eines größeren Problems: Ein signifikanter Teil des deutschen Episkopats, unterstützt von synodalen Strukturen und Arbeitsgruppen mit starker Laienpräsenz, setzt weiterhin tiefgreifende doktrinäre Veränderungen um, trotz wiederholter Warnungen des Vatikans und der Opposition mehrerer Bischöfe. Der Konflikt verspricht anzuhalten und sich wahrscheinlich zu verschärfen.

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