Die Pfarrkirche des Heiligsten Herzens von Lourdes in den Hautes-Pyrénées ist Ziel der wachsenden Welle antichristlicher Angriffe, die Frankreich betrifft. Während einer Morgenstreife am 11. November entdeckten Polizeibeamte blasphemische Graffiti an der Haupttür des Tempels, wie Le Figaro berichtete. Die Inschriften, die mit weißem Marker angebracht wurden, wurden von der Polizei als „beleidigend gegenüber der katholischen Religion“ eingestuft. Einen Tag später wurden Bilder veröffentlicht, die den Inhalt der Graffiti klar zeigen, die direkt auf die Holztüren geschrieben wurden: „À mort Jésus-Christ“ („Tod Jesus Christus“) und „Sale race de Jésus-Christ“ („Dreckige Rasse von Jesus Christus“). Die Gemeinde schickte sofort städtisches Personal, um die Nachrichten zu entfernen, während die nationale Polizei eine Untersuchung einleitete, die bisher weder die Täter identifiziert hat noch mit einer Anspruchnahme rechnet.
Frankreich konzentriert die Mehrheit antichristlicher Angriffe in Europa
Der Vorfall in Lourdes reiht sich in einen bereits etablierten Trend im Land ein. Laut dem Observatorium für Intoleranz und Diskriminierung gegen Christen in Europa wurden 2023 2.444 Hassdelikte gegen Christen auf dem Kontinent registriert, von denen fast 1.000 in Frankreich stattfanden, was 41 Prozent des Gesamten ausmacht. Die Mehrheit dieser Angriffe bestand aus Vandalismusakten, obwohl auch Brände, Aggressionen und Angriffe auf religiöse Gebäude dokumentiert wurden. Die Situation verschärfte sich 2024, als die Brände – vereitelte oder vollendete – gegen französische Kirchen um mehr als 30 Prozent zunahmen. In den ersten fünf Monaten von 2025 hatten die Behörden nach Valeurs Actuelles bereits 322 antichristliche Akte registriert, ein Anstieg von 13 Prozent im Vergleich zur gleichen Periode des Vorjahres.
Forderung nach mehr Schutz für Kirchen und christliche Stätten
Die Häufigkeit dieser Angriffe hat sowohl politische als auch gesellschaftliche Besorgnis ausgelöst. Im September unterzeichneten 86 französische Senatoren eine gemeinsame Erklärung, in der sie Maßnahmen zur Stärkung der Sicherheit in Tempeln und christlichen Stätten im ganzen Land forderten. Die konservative Senatorin Sylviane Noël betonte damals, dass „die Christen in Frankreich geschützt werden müssen, wie alle anderen Gläubigen auch“. Der Angriff in Lourdes bestätigt erneut die Verletzlichkeit des französischen religiösen Erbes gegenüber einer Gewalt, die weiterhin zunimmt.
