Zum ersten Mal seit Beginn des Bürgerkriegs hat die maronitische Kirche in Syrien eine feierliche Messe im historischen Heiligtum von San Marón gefeiert, das im Dorf Brad nordwestlich von Aleppo gelegen ist, wie das Medium ACI MENA berichtete. Die Rückkehr der Liturgie an diesen Ort, nach mehr als 15 Jahren der Stille, wurde als Zeichen der Hoffnung und des geistlichen Wiederauflebens für die christliche Gemeinde des Landes empfangen.
Eine Rückkehr voller Bedeutung
Die Feier, geleitet von P. Ghandi Mahanna, versammelte mehr als 80 Pilger —Jugendliche und Erwachsene— an einem Tag, der von den Scouts Maronitas organisiert wurde. Die Gläubigen nahmen mit tiefer Emotion an diesem Heiligtum teil, wo, der Tradition nach, die Überreste des Gründers des orientalischen Mönchtums, San Marón, des Schutzpatrons der maronitischen Kirche, ruhen.
Während der Homilie erinnerte der Priester daran, dass „die wahre Gegenwart Gottes in jedem menschlichen Herzen zu finden ist“, und ermahnte die Anwesenden, den Glauben „durch Liebe und tägliches Zeugnis“ zu leben. Die Messe war auch ein Dankgebet für das Überleben des christlichen Glaubens in einem Land, das von Gewalt und Exil gezeichnet ist.
Pilgerfahrt zu den Ursprüngen des syrischen Christentums
Neben der eucharistischen Feier besuchten die Pilger die Ruinen der Iglesia de San Simeón el Estilita, eines der ältesten Denkmäler des orientalischen Christentums, und die gruta-capilla del ermitaño Toufic Ajib, die während des Konflikts Schäden erlitten. Diese Orte, bekannt als Teil der „Tote Städte“, bewahren Überreste des christlichen Syriens der ersten Jahrhunderte.
Begleitet von Sicherheitskräften, die einen sicheren Durchgang gewährleisteten, beteten die Teilnehmer für Frieden, Versöhnung und die Rückkehr der Vertriebenen. In den Worten eines der Jugendlichen: „Syrien war schön, und es ist es immer noch; der Glaube ist nicht gestorben“.
Die maronitische Kirche, tief in dieser Region verwurzelt seit den ersten Jahrhunderten des Christentums, bekräftigt so ihr Engagement, beim syrischen Volk zu bleiben und das Evangelium sogar inmitten der Ruinen zu verkünden.
