Das Syndikat der Mieterinnen in Madrid ruft am 16. November zu einer Mobilisierung vor dem Sitz des Erzbistums auf, um gegen den Verkauf von 13 Immobilien zu einem Preis weit unter dem Marktwert und gegen die Undurchsichtigkeit des Prozesses zu protestieren.
Die Organisatoren werfen der madrilenischen Kirche vollständigen Mangel an Transparenz vor und dass sie sozialen Besitz zu einem Preis weit unter dem Marktwert verscherbelt. Laut Schätzungen von Nachbarn und Immobilienexperten könnten die Immobilien —die aus Spenden für die Unterbringung von Waisen und vulnerablen Familien stammen— insgesamt über 200 Millionen Euro wert sein, während der Deal bei etwa 99 Millionen abgeschlossen wurde.
Verschiedene Medien wie El País und El Confidencial haben berichtet, dass die Stiftung Fusara in diesem Jahr eine Operation reaktiviert hat, die bereits 2019 versucht wurde, als die Justiz den Verkauf wegen möglicher Unregelmäßigkeiten stoppte. Die Mieter, von denen die meisten günstige Mietverträge haben, fürchten, dass die Transaktion ihre Vertreibung erleichtern und die Gebäude in Touristenwohnungen oder Luxusimmobilien umwandeln wird.
Das Syndikat der Mieterinnen kritisiert zudem die Undurchsichtigkeit des Vorstands von Fusara, der ausschließlich aus kirchlichen Vertretern besteht, und fordert, dass das Erzbistum Rechenschaft über den Verbleib der Gelder und die Legalität des Deals ablegt. In ihrem Manifest verlangen die Gruppen die sofortige Einstellung des Verkaufs, bis die Bewertungen, die satzungsmäßigen Zwecke der Immobilien und mögliche Interessenkonflikte um den Deal geklärt sind.
Die Konzentration am 16. November unter dem Motto „Konzentration gegen die Spekulation“ findet von 11:00 bis 13:00 Uhr vor dem Erzbistum statt. Die Organisatoren erwarten eine massive Teilnahme von Nachbarn und sozialen Bewegungen in einem neuen Kapitel des Konflikts um Wohnraum, der Hunderte madrilenischer Familien mit einer kirchlichen Stiftung konfrontiert, die beschuldigt wird, mit für soziale Zwecke bestimmten Gütern zu spekulieren.
Das Erzbistum von Madrid hat derzeit keine öffentlichen Erklärungen zu dem Deal abgegeben und beschränkt sich darauf, dass alles im Einklang mit der geltenden Rechtsvorschrift erfolgt sei. Dennoch versichern Mieterverbände und Plattformen für Wohnraum, dass sie weiterhin über gerichtliche und mediale Wege drängen werden, um zu verhindern, dass der Verkauf vollzogen wird.
