Uruguay legalisiert die Euthanasie: Die Bischöfe verurteilen die „Kultur des Todes“

Uruguay legalisiert die Euthanasie: Die Bischöfe verurteilen die „Kultur des Todes“

Der uruguayische Senat genehmigte am 15. Oktober 2025 das Gesetz, das als „Muerte Digna“ bekannt ist, das die Euthanasie für Personen über 18 Jahre ermöglicht, die an chronischen, unheilbaren und irreversiblen Krankheiten leiden, begleitet von als unerträglich geltenden Leiden. Die Initiative erhielt 20 Stimmen dafür und 11 dagegen und wurde somit das erste Land in Südamerika, das die Euthanasie auf parlamentarischem Wege legalisiert.

Die Stimme der Kirche angesichts des Gesetzes des Todes

Die Conferencia Episcopal Uruguaya reagierte umgehend mit einer Erklärung, in der sie anprangerte, dass die Norm kein Akt der Barmherzigkeit sei, sondern eine Kapitulation gegenüber der Kultur des Todes. Die Bischöfe erinnerten daran, dass das Land bereits eine der höchsten Suizidraten der Region zu verzeichnen hat und schwere Mängel im Bereich der psychischen Gesundheit, weshalb die Verabschiedung eines Gesetzes, das die Beseitigung des menschlichen Lebens im Namen der „Würde“ normalisiert, in ihren Worten eine dramatische Widerspruch darstelle.

„Jedes menschliche Leben erscheint vor uns als etwas Einzigartiges, Unwiederholbares und Unersetzliches“, betonten sie und warnten, dass die Würde nicht vom Gesundheitszustand, dem Alter oder der sozialen Lage abhängt. Angesichts des politischen Arguments der „dignen Todes“ unterstrichen die Prälaten mit Nachdruck: „Würdevoll sterben bedeutet, schmerzfrei oder ohne schlecht kontrollierte Leiden zu sterben; zu seiner natürlichen Zeit zu sterben, ohne das Leben unnötig zu verkürzen oder zu verlängern; umgeben von den Liebsten zu sterben, mit der Freiheit, über das zu sprechen, was man erlebt.“

Ein moralischer und sozialer Widerspruch

In ihrer Botschaft erinnerte die uruguayische Kirche daran, dass die Förderung der Euthanasie die Suche nach dem Tod als Ausweg aus Lebenssituationen normalisiert, die auf andere Weise begleitet werden könnten. Das Dringende, betonen sie, sei nicht, die Tür zum Töten des Kranken zu öffnen, sondern qualitativ hochwertige palliative Pflege, angemessene medizinische Versorgung und spirituelle Begleitung zu gewährleisten, die den Menschen im letzten Übergang des Lebens unterstützt.

Die Bischöfe versicherten, dass sie weiterhin für „die Pflege des Lebens und der Würde jeder Person“ arbeiten werden, gestützt auf die Verfassung und die internationalen Verträge, die das Recht auf Leben als grundlegendes Prinzip schützen.

Die Herausforderung für die Katholiken

Jenseits der parlamentarischen Abstimmung markiert die Verabschiedung dieses Gesetzes einen dunklen Meilenstein auf dem Kontinent. Während von Freiheit und Autonomie die Rede ist, erinnert die Kirche daran, dass das Leben keine Last ist, über die man nach Belieben verfügen kann, sondern ein heiliges Geschenk, das bis zum Ende geschützt werden muss. Die Bischöfe luden die Gläubigen ein, nicht in die Verzweiflung zu verfallen, und in den schmerzhaftesten Momenten sogar eine Gelegenheit zu sehen, den transzendenten und tiefen Sinn des Daseins zu entdecken.

Mit diesem Gesetz stellt sich Uruguay an die Spitze der Kultur des Todes in Lateinamerika. Die klare und unumwundene Antwort der Bischöfe besteht darin, zu bekräftigen, dass wahre Würde nicht darin liegt, den Tod zu beschleunigen, sondern darin, begleitet, gepflegt und von der christlichen Hoffnung getragen zu leben.

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