León XIV verkündete am 29. September das apostolische Schreiben in Form eines Motu Proprio mit dem Titel Coniuncta cura, mit dem er neue Normen für die Investitionstätigkeiten des Heiligen Stuhls festlegt. Das Dokument, das in L’Osservatore Romano veröffentlicht wurde, tritt diesen Montag in Kraft, indem es in die Acta Apostolicae Sedis aufgenommen wird.
Mit dieser Verfügung hebt der Papst das Rescriptum ex Audientia von 2022 auf, das dem Institut für die religiösen Werke (IOR) die exklusive Rolle bei der Verwaltung von Vermögenswerten und Liquidität des Vatikans übertragen hatte. Von nun an wird die Verwaltung des Vermögens des Apostolischen Stuhls (APSA) die Struktur des IOR in gewöhnlicher Weise weiterhin nutzen, kann aber, wenn es als effizienter oder bequemer erachtet wird, auf Finanzintermediäre zurückgreifen, die in anderen Staaten ansässig sind.
Überwachung und Mitverantwortung
Das Motu Proprio stärkt die Funktion des Ausschusses für Investitionen, dem die Genehmigung aller Operationen obliegt, und betont, dass Investitionen immer im Einklang mit der Mission der Kirche durchgeführt werden müssen. Auf diese Weise soll die Mitverantwortung der kurialen Institutionen gefestigt, die Kompetenzen geklärt und Transparenz in der Verwaltung der Güter des Heiligen Stuhls gewährleistet werden.
Kontext der Reformen
Die Maßnahme reiht sich in die Kontinuität der unter der apostolischen Konstitution Praedicate Evangelium eingeleiteten Reformen ein, die bereits die Notwendigkeit größerer Kontrolle und Klarheit in der vatikanischen Finanzverwaltung hervorgehoben hatte. León XIV geht nun einen Schritt weiter, indem er die Investitionsverwaltung diversifiziert und dem IOR die Exklusivität entzieht, die ihm vor drei Jahren verliehen worden war.
Die Änderung dient dem Zweck, Steifigkeiten in der Verwaltung zu vermeiden, eine effektivere Nutzung der Ressourcen zu gewährleisten und die Glaubwürdigkeit des Heiligen Stuhls nach den Finanzskandalen zu stärken, die die letzten Jahre geprägt haben.
