Der US-amerikanische Journalist Tucker Carlson hat den sogenannten „christlichen Zionismus“ als Häresie angeprangert, die den Glauben pervertiert, indem sie ihn in den Dienst politischer und militärischer Interessen stellt. In Aussagen, die von LifeSiteNews aufgegriffen wurden, kritisierte Carlson religiöse und politische Führer scharf, die den christlichen Glauben als Rechtfertigung für Kriege und Gewalt missbrauchen.
Ein Glaube, der für kriegerische Zwecke instrumentalisiert wird
Carlson wies darauf hin, dass einige US-amerikanische Pastoren und Gesetzgeber die Idee verteidigen, es gebe ein „auserwähltes Volk“ aus ethnischen oder nationalen Gründen, was in seiner Meinung eine Verzerrung der christlichen Lehre darstellt. „Das ‚auserwählte Volk‘ sind diejenigen, die Jesus wählen“, sagte er und wies jede Vorstellung von Privilegien auf Basis von Blut oder Herkunft zurück.
Laut Carlson ist dieser theologische Fehler zu einer Ausrede geworden, um politische und militärische Handlungen zu legitimieren, bis hin zu „der Rechtfertigung des Todes Unschuldiger“ im Namen Gottes. In seinem Auftritt verurteilte er den „theologischen Terrorismus“ jener, die die Schriften manipulieren, um geopolitische Allianzen zu stützen.
Kritik an Politikern, die den Glauben manipulieren
Der konservative Kommentator erinnerte an kürzliche Aussagen des Senators Lindsey Graham, der behauptete, wenn die USA aufhören würden, Israel zu unterstützen, würde Gott die Bande mit der nordamerikanischen Nation lösen. Carlson reagierte ironisch: „Ist das die christliche Botschaft?“ Für ihn ist es ein eklatantes Beispiel dafür, wie Religion als Druckmittel in der Politik in Washington eingesetzt wird.
Der Journalist betonte, dass diese Denkweise das Christentum zu einem bloßen Machtinstrument macht. „Die Botschaft Christi besteht nicht darin, Kriege zu legitimieren oder Nationen aufgrund ihres DNA-Profils zu bevorzugen, sondern in der persönlichen Wahl, Jesus zu folgen“, unterstrich er.
Carlson, episkopal mit Bewunderung für die katholische Kirche
Obwohl er kein Katholik, sondern Episkopale ist, hat Carlson mehrmals seine Bewunderung für die katholische Kirche zum Ausdruck gebracht, insbesondere für die Festigkeit ihrer doktrinären Tradition und ihre Fähigkeit, als Gegengewicht zu den politischen und kulturellen Mächten der Moderne zu dienen. Seine Kritik am christlichen Zionismus passt in diese Sicht: die Notwendigkeit, dass der Glaube frei von ideologischer Manipulation und Instrumentalisierung durch politische Agenden bleibt.
Der Hintergrund: Israel und die säkulare Agenda
Carlson, der sich kritisch zur aktuellen israelischen Regierung geäußert hat, wies darauf hin, dass der hebräische Staat sich als säkulares Regime präsentiert, mit permissiven Gesetzen zum Abtreibungsthema und Politiken, die von der christlichen Moral entfernt sind. In diesem Sinne warnte er, dass es widersprüchlich sei, wenn einige Christen in den USA ein Land mit solchem Eifer verteidigen, dessen Werte in vielen Aspekten mit der evangelischen Lehre unvereinbar sind.
Eine Warnung vor politisierter Religion
Der Analyst warnte vor den Risiken, den Glauben mit politischer Ideologie zu verwechseln. In seiner Meinung untergräbt diese Instrumentalisierung die wahre Mission des Christentums und macht es zu einer Waffe im Dienst globaler Agenden. Seine Anklage reiht sich in eine breitere Debatte über die Rolle der Religion in der US-Politik ein und darüber, wie einige Sektoren den Glauben manipulieren, um internationale Konflikte zu legitimieren.
