Bätzing: «León ist keine Kopie von Francisco, aber er steht voll und ganz in seiner Kontinuität»

Bätzing: «León ist keine Kopie von Francisco, aber er steht voll und ganz in seiner Kontinuität»

Der Bischof Georg Bätzing, Präsident der Deutschen Bischofskonferenz, verteidigte am Montag die pastorale Richtlinie, die den Weg für die Segnung unverheirateter Paare und homosexueller Verbindungen öffnet.

Ein Dokument im Streit mit Rom

Nach seinem Besuch bei León XIV vor einigen Wochen schwieg er… bis jetzt. In seiner Rede zum Auftakt der Herbstvollversammlung der deutschen Bischöfe in Fulda erklärte er, dass er keinen Grund sehe, das im April zusammen mit dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) veröffentlichte Dokument zurückzuziehen.

Der deutsche Text mit dem Titel Segen gibt der Liebe Kraft (“Die Segnung gibt der Liebe Kraft”) wurde als Anpassung der vatikanischen Erklärung Fiducia supplicans präsentiert, die 2023 von Papst Franziskus genehmigt wurde. Während das römische Dokument festlegte, dass die Segnungen kurz, spontan und ohne Rituale sein sollten, überlässt die deutsche Richtlinie es den pastoralen Verantwortlichen, die konkrete Form der Durchführung zu bestimmen, mit Vorschlägen, die an Ritualisiertes grenzen.

León ist keine Kopie von Francisco, aber es ist Kontinuität

Auf die jüngsten Äußerungen von Papst León XIV angesprochen, antwortete Bätzing entschieden: “Wir beraten nicht über Interviews des Heiligen Vaters”. Gleichzeitig versicherte er, sich “bestätigt” zu fühlen durch den Pontifex in der Linie, die die Kirche in Deutschland mit dem sogenannten Camino Sinodal verfolgt.

Papst León XIV hatte wenige Tage zuvor in dem Interview mit Crux gewarnt, dass im Norden Europas “Rituale der Segnung von ‘sich liebenden Personen’” gefördert würden, was er betonte, “geht speziell gegen das von Francisco genehmigte Dokument Fiducia supplicans”. Aber er fügte hinzu, dass es “höchst unwahrscheinlich” sei, dass in naher Zukunft die Lehre der Kirche über Ehe und Sexualität geändert werde.

Der deutsche Prälat erklärte, dass der neue Papst “keine Kopie von Francisco ist, aber sich voll und ganz in seiner Kontinuität bewegt”, und verteidigte damit, dass seine pastorale Linie nicht im Widerspruch zur Heiligen Stuhl stehe. Bätzing enthüllte, dass er Anfang September eine Audienz bei León XIV hatte, in der er “große Sympathie für Deutschland” und Bereitschaft zu einem offenen Dialog wahrgenommen habe.

Geteilte Reaktionen in den deutschen Diözesen

Die Segnungsrichtlinie hat in den Diözesen eine unterschiedliche Resonanz hervorgerufen. Während Limburg und Rottenburg-Stuttgart sie enthusiastisch aufgenommen haben und sogar Formulare und ausführliche Gebete unter Titeln wie “Wir lieben uns — was für eine Segnung!” erstellt haben, haben andere wie Köln, Augsburg, Eichstätt, Passau und Regensburg ihre Anwendung abgelehnt, da sie der vatikanischen Norm widerspreche, Segnungen nicht zu ritualisieren.

Quelle: The Pillar / CNA Deutsch

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